Gott und die Welt in Hehn

Ein großartiges Spektakel geht zu Ende

Ein ganzes Dorf im Sprühfieber

Am Samstag ging eine ereignisreiche Woche für Hehn zu Ende. Mit einem festlichen farbenfrohen Gottesdienst, zu dem extra Weihbischof Dr. Johannes Bündgens aus dem Bistum Aachen angereist war, einer Samba-Prozession von der Kirche bis zur Turnhalle sowie einer ganzen nicht enden wollenden Abfolge von Gratulanten und Musikgruppen, wurden die letzten Sprühtupfer gesetzt. Ganz Hehn war unterwegs, sogar die Sonne schien, die sich in der Woche zeitweise recht launisch gezeigt hatte. Allerdings haben die Künstler jegliche Unbilden übersprüht. Die Ehrenamtler wiederum sprühten nur voller Elan, und Schwester S. sowie Guido A. versprühten charmant den besonderen Spirit von Hehn.

Allen gemeinsam ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk gelungen: Die Künstler konnten täglich mehr Passanten und Publikum von ihrer Kunst überzeugen und schließlich auch faszinieren. Skeptisch eingestellte Menschen, die mit Graffiti lediglich öde Schmierereien verbunden haben, wurden durch die Kunstfertigkeit der fünfköpfigen Crew eines anderen belehrt. Senioren durften sich den Wunsch erfüllen, auch einmal mit den Dosen ein Kunstwerk zu sprühen. Die 93-jährige Frau Malad aus dem Hehner Seniorenheim war nicht nur Fernsehstar in der WDR-Lokalzeit. Das Bild der zierlichen sprühenden Lady mit gepflegtem, weißem Haar wurde Titelfoto in der RP-Mönchengladbach und kursierte in den sozialen Medien. Menschen jung und fortgeschritten im Alter, mit Behinderungen oder ohne sprayten um die Wette mit den Künstlern und verwandelten im Laufe der Woche die Baumallee rund um die Turnhalle in eine „Alley of Fame“, eine große Galerie der Graffiti-Kunst.

                       

Eine Kirche mit besonderem Spirit

Das Konzept über internationale Künstler und Kunst, Menschen ins Gespräch zu bringen, ging voll auf. Täglich sprach sich, dank der Mund-zu-Mund-Propaganda und einer professionellen Medienarbeit, mehr herum, dass hier ein Open-Air-Atelier für alle geöffnet hatte. Die Künstler ließen sich während ihrer Arbeit auf Gespräche mit den staunenden und fotografierenden Besuchern ein und sprayten sich so in deren Herzen. Die täglichen Fotogalerien von Melanie Stegemann, die auf der Sprayoneworld-Facebook-Seite veröffentlicht wurden, erfreuten sich immer mehr Klickzahlen. Entscheidend ist aber letztlich, was in den Herzen aller Beteiligten geschah und in keiner Statistik zu messen ist.

Auch die allabendlichen Meditationen von Schwester S. gehörten für viele zur Abrundung eines jeden Tages. Nach den Auftritten unterschiedlichster Bands in der als Eventhalle umfunktionierten Turnhalle, erschien eine wachsende Gruppe der Gemeinde ab 21:30 Uhr, um mit spirituellen Texten zu erlesener Musik mit E-Piano und Kontrabass den Tag abzurunden. So kam man durch Zugaben nach Abschluss noch mal „Over the rainbow“ oder zu „How high is the moon“. 

 


Das, was bleibt

Ab jetzt werden alle Hehner ihre Turnhalle mit anderen Augen sehen. Sicherlich wird der idyllische Wallfahrtsort durch die Fairplay-Halle mit ihren Graffiti als moderner Anziehungspunkt der Weltoffenheit bereichert. Wenn sich jetzt noch Mit-Fairplayer finden, die mit ihren Ideen und Projekten diesen Ort mit uns gemeinsam in eine Fairplay-Halle  verwandeln, würde unser Wunsch nach Nachhaltigkeit erfüllt.

Gerne möchten wir, wie viele Hehnerinnen und Hehner sowie Besucher rückgemeldet haben, die Entstehungsgeschichte von Sprayoneworld in Buchform festhalten. Wenn uns alle helfen, den Druck zu finanzieren, sollte auch das zur Abrundung gelingen. Ebenso arbeiten wir noch einer schützenden Oberflächenversiegelung, damit wir noch lange etwas von unserem einmaligen Kunstwerk haben.

 

Vorschläge, Ideen und Spendenzusagen hierzu bitte mailen: sprayoneworld@wallfahrt-hehn.de

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12.10. -19.10.13

GRAFFITI EVENT MG-Hehn

Pfarrei St. Mariä Heimsuchung Hehn